Unter der Augustglut
In der Ich-Perspektive entfaltet sich in der Kolonialzeit Westafrikas die Suche einer jungen Frau nach Herkunft und Zugehörigkeit, angestoßen von rätselhaften Geschichten über Verwandlung, Verlust und eine Familie, die mehr trägt, als sie zeigt.
Language: German
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Der August hing wie glühendes Metall über der Lagune, als meine Großmutter die Fensterläden verriegelte, obwohl noch Tag war. Draußen schrien die Träger am Kai, irgendwo schlug ein britischer Sergeant mit dem Stock gegen Kisten, und in unserem Hof roch die Luft nach Palmöl, Staub und Gewitter. Ich war gerade dabei, die Rechnungen meines verstorbenen Vaters zu ordnen, als ich das Licht unter ihrem Bett sah. Es war keine Lampe, die ich kannte. Ein schmaler Leuchter aus geschwärztem Messing, hoch wie mein Unterarm, mit einem Docht, der ohne Öl brannte. Die Flamme war blau und stand still, obwohl der Raum nach Hitze zitterte. Als ich ihn berührte...